Blog · 22. Juli 2026

Wer hat wann was bekommen? Nachweis am Bau, ohne Aktenordner

Der Klassiker vor Gericht und in der Honorardiskussion: Der Unternehmer sagt, er habe den geänderten Plan nie erhalten. Das Büro ist sicher, ihn verschickt zu haben — per E-Mail, irgendwann im März. Der Anhang ist auffindbar, die Zustellung nicht. Und ob die Datei im Anhang wirklich die Fassung mit der Änderung war, lässt sich Monate später kaum noch beweisen.

Behauptung ist kein Beleg

E-Mail-Versand dokumentiert bestenfalls das Absenden. Ob eine Nachricht ankam, geöffnet wurde und ob der Empfänger die Datei tatsächlich abgerufen hat, bleibt offen. Serverordner und Cloud-Freigaben sind noch schwächer: Dort lässt sich meist nicht einmal sagen, welche Fassung zum fraglichen Zeitpunkt im Ordner lag — Dateien werden überschrieben, Historie gibt es keine.

Was ein belastbarer Nachweis braucht

Drei Dinge: Erstens eine unveränderliche Fassungshistorie — jede Planfassung bleibt als eigener Index erhalten, nichts wird überschrieben. Zweitens einen personenbezogenen Zustell- und Abrufnachweis — wer wurde wann beliefert, wer hat wann geöffnet und heruntergeladen. Drittens Manipulationssicherheit — das Protokoll selbst muss so gebaut sein, dass nachträgliche Änderungen auffallen würden.

Genau so ist Archistent konstruiert: Jede Aktion landet mit Zeitstempel und fortlaufender Nummer im Projekt-Log, die Einträge sind über eine SHA-256-Hash-Kette verkettet, und jede Datei trägt eine Prüfsumme. Der Versand erzeugt für jeden Empfänger einen eigenen Nachweis — auch für Empfänger ganz ohne Konto.

Der Nebeneffekt: weniger Diskussionen

Der größte Gewinn zeigt sich vor dem Streitfall: Wenn alle Beteiligten wissen, dass Übergaben belegt sind, verschwinden die „habe ich nie bekommen"-Diskussionen von selbst. Der Projektraum wird zum gemeinsamen Bezugspunkt — zum kleinsten gemeinsamen Nenner.

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